Waffenrecht & sonstige Rechtsvorschriften: WaffG, AWaffV, Erwerb, Besitz & Führen

Der rechtliche Themenbereich bildet das erste Kapitel des BVA-Fragenkatalogs zur Waffensachkundeprüfung nach §7 WaffG. Hier erfährst du, wie das Waffengesetz aufgebaut ist, was die Begriffe Erwerb, Besitz und Führen bedeuten, was das Bedürfnisprinzip bedeutet und welche waffenrechtlichen Erlaubnisse es gibt.

Stand: 10/2026

Die Rechtsquellen des Waffenrechts

Das deutsche Waffenrecht ist nicht in einem einzigen Gesetz geregelt, sondern verteilt sich auf mehrere Vorschriften, die ineinandergreifen. Die wichtigsten sind:

Erwerb, Besitz und Führen — drei verschiedene Begriffe

Diese drei Begriffe sind zu unterscheiden. Sie bezeichnen unterschiedliche Handlungen und erfordern unterschiedliche Erlaubnisse:

Erwerb

Erwerb bedeutet, die tatsächliche Gewalt über eine Waffe zu erlangen — etwa durch Kauf, Tausch oder Schenkung. Wer eine erlaubnispflichtige Waffe erwerben will, braucht in der Regel zuvor die entsprechende Erlaubnis.

Besitz

Besitz bedeutet, die tatsächliche Gewalt über eine Waffe auszuüben — sie also zu Hause oder im Tresor zu haben. Der Besitz erlaubnispflichtiger Waffen ist nur mit einer Waffenbesitzkarte gestattet.

Führen

Führen bedeutet, die tatsächliche Gewalt über eine Waffe außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume, des eigenen befriedeten Besitztums oder einer Schießstätte auszuüben. Das Führen einer scharfen Schusswaffe in der Öffentlichkeit setzt einen Waffenschein voraus.

Das Bedürfnisprinzip

Das deutsche Waffenrecht beruht auf dem Grundsatz, dass eine waffenrechtliche Erlaubnis nur erhält, wer ein anerkanntes Bedürfnis nachweisen kann. Niemand hat allein aus persönlichem Interesse einen Anspruch auf eine Waffe. Anerkannte Bedürfnisgründe sind beispielsweise die Mitgliedschaft in einem Schießsportverein und der regelmäßige Sportschützenbetrieb, die Jagd mit gültigem Jagdschein, die Tätigkeit als Berufswaffenträger (etwa im Bewachungsgewerbe) sowie das Sammeln von Waffen; für Erben gilt die Sonderregelung des § 20 WaffG. Neben dem Bedürfnis müssen Antragsteller außerdem die Zuverlässigkeit, die persönliche Eignung, die Sachkunde und in der Regel die Volljährigkeit nachweisen.

Die waffenrechtlichen Erlaubnisse im Überblick

Der rechtliche Bereich im Fragenkatalog

Der rechtliche Themenbereich umfasst die ersten fünf Themengebiete des BVA-Fragenkatalogs (Kapitel I). Wer die Begriffe sauber unterscheiden kann und das System aus Bedürfnis, Erlaubnis und Pflichten verstanden hat, kann die Fragen dieses Bereichs einordnen. Es lohnt sich, die Definitionen aus der Anlage 1 zum WaffG zu kennen, denn sie legt die Grundbegriffe des Waffenrechts fest.

Rechtsgrundlagen & Quellen

Stand: 10/2026. waffensachkunde-quiz.de ist ein unabhängiges Übungstool zur Prüfungsvorbereitung und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist stets der aktuelle Gesetzestext.

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